Inhaltsstoffe / Wirkung

Der Gemeine Lein

Auch unter dem Namen Flachs bekannt – ist eine der ältesten domestizierten Pflanzen in der Geschichte der Menschheit und in der Tierfütterung. Ursprünglich wurde er in einem breiten Streifen zwischen Vorderasien und Indien angebaut. Seit dem Mittelalter wird er auch in unseren Breitengraden gezüchtet.

Beschreibung und Wirkstoffe

Diese einjährige Pflanze, die zur Familie der Leingewächse gehört, erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 120 cm. Sie hat hellblaue Blüten, bei dem Fruchttyp handelt es sich um eine Kapselfrucht. In seinen Samen befinden sich viele kostbare Wirkstoffe. In erster Linie handelt es sich dabei um Ballaststoffe, ungesättigte Omega 3- und 6-Fettsäuren, Schleime, Phytoöstrogene, Polyphenole und Lignane.

Inhaltsstoffe

Leinsamen enthalten etwa 40 Prozent Fett. Die mehrfach ungesättigte Omega-3 und 6 Fettsäuren Alpha-Linolensäure macht dabei etwa 50 Prozent aus. Leinöl besitzt damit eine der höchsten Konzentrationen dieser wichtigen Fettsäuren in den bekannten Pflanzenölen. Neben Linamarin, Eiweiß, Lecithin und Sterinn sind die Vitamine B1, B2, B6 und E enthalten. Auch die Vitamine Nicotin-, Fol- und Pantothensäure kommen in den kleinen Samen vor.

Heilwirkungen des Leinsamens  

Angesichts des hohen Ballaststoffgehalts werden Leinsamen bei Verdauungsbeschwerden verwendet. Ihre positiven Wirkungen entfalten sie etwa bei Verstopfung oder Darmentzündung oder an Magengeschwüren aber auch bei schwereren Erkrankungen. Der hohe Gehalt an Omega-3 und 6-Fettsäuren prädestiniert Leinsamen zur Einnahme bei einem hohen Cholesteringehalt im Blut. Darüber hinaus hilft es bei Leber- und Gefäßerkrankungen, Knorpel -Gelenkschmierung, Geschmeidigkeit der Muskulatur und Haut.

Es existieren noch weitere Anwendungen

Leinsamen wirkt präventiv gegen Fettleibigkeit, er hilft dem Körper dabei, Schadstoffe auszuscheiden, und er ist zudem bei Diabetes und Nierenproblemen zu empfehlen. Nicht von ungefähr wird er dem sog. Superfood zugezählt. Außerdem kann er auch außen angewendet werden. In einem solchen Fall hat er einen positiven Einfluss auf Hautprobleme (z.B. Akne und Ekzeme) bzw. trockene Haut. Zudem beschleunigt er den Heilungsprozess nach Verbrennungen.

Wie wird Leinsamen verwendet und konsumiert?

Vor allem muss eine wesentliche Tatsache betont werden: Passiert Leinsamen den Verdauungstrakt als Ganzes (roh), ist seine Wirkung absolut minimal, da die Magensäure die harte Schale der rohen Leinsamen nicht durchdringen kann. Wenn er also im Ganzen verzehrt wird, sollte er min. 10 min (ab Siedepunkt) gekocht werden, um so auch die Cyanogenen Glykoside* (Vorstufe der gebundenen Blausäure) zu deaktivieren. Bei einer äußeren Anwendung wird empfohlen, die gekochten Leinsamen in einen Stoffbeutel zu geben und dann auf die zu behandelnde Stelle legen.

*Cyanogene Glycoside selbst haben keinen toxischen Effekt, erst durch Spaltung des Moleküls kommt es zur Freisetzung der Blausäure (HCN), die den eigentlich giftigen Stoff darstellt. Der Abbau erfolgt zunächst enzymatisch. Durch eine mehr oder weniger spezifische β-Glucosidase wird der Zuckeranteil (meist Glucose) abgespalten. Es entsteht das freie Cyanhydrin. Dieses zerfällt spontan oder enzymkatalysiert durch eine Hydroxynitril-Lyase in ein Keton oder Aldehyd und HCN.

Entscheidend für diesen als Cyanogenese bezeichneten Vorgang ist die initiale Abspaltung des Zuckeranteils. Beispielsweise wird für die Spaltung des Glycosids Linamarin das Enzym Linamarase benötigt. Bei der intakten Pflanze liegen beide Stoffe in verschiedenen Organellen getrennt vor und das Glykosid bleibt erhalten (Kompartimentierung). Dies hat den Vorteil, dass die Toxine erst dann freigesetzt werden, wenn es zu einer Beschädigung der Pflanzenzellen (etwa durch Insektenfraß) kommt und so das Gift direkt produziert wird (Dekompartimentierung, Pflanzliche Abwehr von Herbivoren).

Toxizität der Blausäure

Die von cyanogenen Glycosiden freigesetzte Blausäure ist für fast alle Tiere hochgiftig. Ursache hierfür ist, dass die Blausäure in den Stoffwechsel eingreift. Die Photosynthese der Pflanzen ist nicht betroffen. Der Energiestoffwechsel der Tiere hingegen wird innerhalb kürzester Zeit lahmgelegt.



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